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Ein Brief für die Ewigkeit
Diesen Text musste ich für meinen Literaturkurs schreiben. Ich hoffe er gefällr euch und ich freue mich über Feedback.
Der Wind weht heftig, doch alles ist irgendwie still. Blätter werden aufgewirbelt – ihr Weg geleitet vom Wind. Was leitet mich nach allem?
Der Kiesweg der mich zu dir führt wirkt trist. Es scheint als würde mich der Wind antreiben. Nun höre auch ich ihn. Der schwerste Gang endet hier vor dir. Der Wind pfeift immer stärker, doch ich brauche jetzt Ruhe.
„Sara, es muss jetzt still sein. Ich muss dir was sagen. Auch du musst mich jetzt mal kurz aussprechen lassen.“
Ich kramte in meiner Tasche nach dem Brief.
„Nimm es mir bitte nicht übel. Ich hab mir aufgeschrieben was ich dir sagen muss. Du musst wissen, ich bin ziemlich nervös“. Ich lachte ein wenig, nicht weil es lustig war, sondern weil ich wirklich nervös war.
Endlich fand ich ihn. Ich nahm ihn aus meiner Tasche und öffnete ihn. 3 Blätter.
„Weißt du, ich lese einfach vor. Ich bin nicht so gut im improvisieren. Ich hab hier alles aufgeschrieben. Es dauert auch nicht lange. Ich möchte dich auch nicht so lange aufhalten. Du solltest es einfach wissen. Okay.“
Ich holte noch einmal tief Luft und fing an.
„Sara. Erinnerst du dich noch an den 10. September 2007? Es war ein relativ warmer Herbsttag. Überall lagen Blätter im Park. Ich ging mit Choco spazieren – mein kleiner Hund, den du so liebst. Er war so wild und ich verlor die Leine aus meiner Hand. Er rannte sofort zu den Blättern und spielt mit ihnen. Ich hatte natürlich Angst, dass er mir davon läuft, aber dann kamst du. Deine Haare goldblond, passend zum Herbst. Du hattest diese süße Mütze auf und die Jacke die dir viel zu groß war. Du sahst so wunderschön aus.
Du konntest Choco zum Glück schnappen. Und als du mich sahst, hast du mir zu gewunken und mich mit dem wunderschönsten und strahlendsten Lächeln angelächelt, dass ich je gesehen habe. Ich war sofort von dir hypnotisiert. Von deinen leuchtenden Augen und von deiner natürlich Ausstrahlung.
‚Ist das dein Hund? Er ist unglaublich süß’ sagtest du mit deiner engelsgleichen Stimme. Ich möchte nicht übertreiben, aber… Sara, du weißt dass ich die Wahrheit sage. Für mich bist du perfekt.
Seit dem Tag wurden wir immer bessere Freundin. Mir war egal was passieren würde in der Zukunft. Das Einzige was für mich zählt war das du bei mir warst. Und dass waren wir auch ständig. Immer wenn ich mit Choco spazieren war warst du auch da. Die Bank unter der Trauerweide im Park, dass war unser Platz. Unser kleines Stück Himmel. Dort wo nur wir beide zu existieren zu scheinen.
Und erinnerst du dich noch an den 3. Oktober 2007? Du hast viel gelacht. Ich war ganz aufgeregt und habe mir extra schöne Klamotten angezogen. Denn ich wollte dich etwas fragen. ‚Möchtest du… also, nur wenn es dir nicht aus macht… du musst nichts sagen…’ stammelte ich vor mich hin. Ich weiß nicht was du in dem Moment über mich gedacht hast, aber auf einmal fingst du an zu lachen und machtest mich sehr nervös. Das bemerktest du auch, irgendwie hast du da einen Blick für. Du nahmst mich in den Arm und sagtest einfach ‚Ja, ich möchte mit dir ausgehen’. Du lächeltest mich an und für mich war dieser Tag einer der schönsten in meinem Leben.
Am 17. Oktober 2007 hattest du noch mehr zu lachen, schätze ich, aber du hast dich zum Glück zurück gehalten. Danke dafür. Wir gingen ins Kino und ich war so nervös, dass mir das Popcorn auf den Boden gefallen ist und ich dich tausend Mal angerannt habe und mich dauernd verhaspelte. Ich weiß nicht wie du das ausgehalten hast, aber du hast mich die ganze Zeit nur angelächelt. Mir war das alles ziemlich peinlich, dass weißt du ja noch.
Als ich dich nach Hause gebracht hatte war ich sehr enttäuscht. Es war einfach nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Doch du nahmst mir alle Enttäuschung. ‚Das war der schönste Tag in meinem Leben Seth. Du warst du unglaublich liebenswert, einfach so ehrlich, genauso wie du bist. Genauso wie ich dich kennen gelernt habe. Ich war ziemlich nervös und unsicher, weißt du. Aber, du hast mir gezeigt, dass es alles so bleiben kann wie es war. Nein, es kann sogar besser werden’. Ich hab dich mit weitoffenen Augen angeguckt und wusste nicht was ich tun sollte. Du lachtest leise und sagtest einfach ‚Danke’ und küsstest mich. Von dem Tag an war mir bewusst, dass ich nichts anderes brauchen würde um glücklich zu sein, nur dich.
Jeder Tag war von nun an unser Tag. Bis zum 19. August 2011 war jeder Tag einfach vollkommen, weil du bei mir warst. Du hast mir Mut gemacht, mir geholfen und warst immer für mich da. Mit dir war mein Leben einfach so wie ich es mir immer erwünscht hatte.
Dann kam der 20. August 1011…“
Ich machte eine kleine Pause, denn jetzt würde es schwer werden, dass wusste ich. Es war windstill, alles war ruhig. Ich atmete tief ein und versuchte meine Tränen zu unterdrücken.
„Wir hatten telefoniert, dass weiß ich noch. Du hattest mir gesagt, dass du mich liebst und dich freust mich am Abend zu sehen. Ich freute mich auch unendlich auf diesen Abend, denn es sollte ein besonderer werden. Da ich endlich mein Studium abgeschlossen hatte, wusste ich dass es Zeit war. Ich wollte endlich um deine Hand anhalten, dass wirklich alle wissen dass wir beide für immer zusammen gehören. Ich hatte alles vorbereiten. Ich hatte Rosen gekauft, essen gekocht und einen Ring gekauft, der genauso wie du makellos war. Um 18 Uhr wolltest du vorbei kommen. Doch um 17 Uhr bekam ich einen Anruf von deiner Mutter.
Autounfall.“
Keine Gedanken, einfach nur Stille. Ich musste mich sammeln. Die Gedanken kehren alle wieder. Die Erinnerungen.
„Ich hatte das Gefühl, dass sich die Welt für einen Moment nicht bewegte. Es war ein kurzes Gespräch. Deine Mutter sagte mir unter Tränen nur das Wichtigste ‚Autounfall. Angefahren. Schon am Unfallort keine Chance.’
Ich war nicht in der Lage mich zu bewegen oder überhaupt nur zu denken. Ich sagte einfach ‚Okay’ und legte auf. Ich habe mich dafür schon bei deiner Mutter entschuldigt. Ich hätte ihr helfen sollen, aber ich hatte einfach im Moment nicht die Kraft dafür.
Mein Leben wurde mir genommen. Du wurdest mir genommen. Ich war verzweifelt und wusste einfach nicht wie ich das alles schaffen sollte.
Aber, Sara, ich verspreche dir dass ich versuchen werde weiter zu leben. Und ich verspreche dir stark zu sein. Ich werde nicht aufgeben, sondern genau dass erreichen, was du dir für mich gewünscht hast. Glück, Liebe und Familie.
Jedoch, ich vermiss dich. Jeder Tag ohne dich fühlt sich anders an. Es ist seltsam ohne dein Lachen, deine Art und einfach dich um mich zu haben. Es fehlt. Du fehlst. Es ist nicht fair, dass du gehen musstest. Es ist einfach nicht fair. Jemand wie du hatte es verdient glücklich und sehr alt zu werden. Alles zu erreichen. Es ist nicht fair. Und, Sara. Ich verspreche dir, dass ich glücklich sein werde. Jetzt noch nicht, aber vielleicht irgendwann einmal. Auch Liebe und Familie möchte ich versuchen finden, aber…
Die Liebe hatte ich schon gefunden, denn ich werde dich für immer Lieben. Egal wo du jetzt bist. Ich möchte dass du weißt, dass ich dich auf ewig lieben werde. Wenn wir uns dann im Himmel wiedersehen, dann möchte ich deine Antwort auf meinen Antrag hören. Vielleicht nimmst du mich dann wieder in deinen Arm und sagst einfach ‚Ja’ und wir können weiter glücklich zusammen sein, auf einer Wolke sitzen und ich kann in deine leuchtenden Augen sehen und dein strahlendes Lächeln genießen. Dann wird unser Leben weiter gehen und wir werden einfach dort oben unseren kleinen Himmel aufbauen in dem nur wir beide existieren und es nichts anderes gibt, nur uns beide.
Ich liebe dich Sara.“
Ich grub ein kleines Loch und legte den Brief hinein. Dann holte ich den Ring aus meiner Tasche und legte ihn dazu.
„Hier für dich, dann kannst du den Brief immer lesen und den Ring tragen. Ich werde meinen auch immer tragen“.
Ich grub das Loch wieder zu und legte 10 rote Rosen auf ihr Grab.
„Es ist der 10. Oktober 2011. Vor 4 Jahren haben wir uns kennengelernt. Niemals werde ich dich oder irgendeinen Augenblick vergessen. Ich liebe dich.“
In dem Moment fing der Wind wieder anzuwehen, als ob er mir antworten würde. Ich machte mein Tasche zu und machte mich auf dem Weg nach Hause. Über den Kiesweg der mich nach Hause führte. Jedoch nicht von dir weg, denn ich wusste genau, dass du immer bei mir sein würdest, egal wo ich war.
Verfasst von Ann-Christin E.
Von Anni am 07 Jan 2012 |
Kategorie/n Literatur
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Zeit, wo bist du nur?
Von Anni am 15 Dec 2011 |
Kategorie/n Alltag